Gedenkkundgebung für Beate Fischer

Trotz strömenden Regens kamen am 23.07.2025 rund 50 Menschen in der Emmentaler Straße zusammen, um ein kraftvolles Zeichen gegen rechte Gewalt und patriarchale Femizide zu setzen. Gemeinsam gedachten wir Beate Fischer, die an diesem Ort vergewaltigt und brutal ermordet wurde. Eine Gedenktafel wurde vom Bezirk Reichendorf gefordert – als Mahnung, als Widerstand und als Erinnerung daran, dass kein Verbrechen vergessen wird.

Der Verein Hydra, ein autonomes Frauenhaus, die Omas gegen Rechts, Niemand ist Vergessen, das Netzwerk gegen Feminizide und eine Referentin für den Themenbereich Antifeminismus des Gunda-Werner-Instituts sprachen über Gewalt gegen Frauen und queere Personen und riefen dazu auf, aktiv zu werden um Feminizide zu verhindern.

„Heute gedenken wir Beate Fischer.

Vor genau 31 Jahren wurde sie von vier Neonazis vergewaltigt und brutal ermordet.

Das war kein „gewöhnlicher Mord“ – das war ein Femizid.
Beate wurde gezielt angegriffen, weil sie nicht in das Weltbild dieser Täter passte.

Weil sie frei lebte – und das reichte, um zur Zielscheibe von frauenfeindlicher und rechter Gewalt zu werden.

Beate war meine Nachbarin.

Wir waren im gleichen Alter.

Ihr Schicksal hätte auch meines sein können.

Doch sie wurde aus dem Leben gerissen – von Tätern, die von einem Klima der Menschenverachtung getragen wurden.

Es hat 24 Jahre gedauert, bis der Staat diesen Mord endlich als rechte Gewalt anerkannt hat.

24 Jahre Schweigen und Relativieren.
Aber wir schweigen nicht.
Wir benennen die Tat als das, was sie war: sexistische, rechte, tödliche Gewalt gegen eine Frau, Mutter von zwei Kindern.

Beate steht heute stellvertretend für viele, die ähnliche Gewalt erleben mussten – und für alle, die heute noch bedroht sind.

Wir fordern:

  • Ein klares Stopp der anhaltenden Gewalt gegen Frauen, FLINTA und queere Menschen.
  • Konsequente Aufklärung und Anerkennung rechter, sexistischer Gewalt.
  • Stoppt Femizide
  • Und ganz konkret: Eine Gedenktafel an diesem Ort, im Bezirk Reinickendorf, die an Beate Fischer erinnert.

Nicht nur als Mahnung, sondern als Zeichen, dass wir nicht vergessen.

Und dass wir uns weiter wehren.

Für Beate. Für alle Frauen, die tagtäglich von Gewalt betroffen sind.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!“

Berlin, 23.07.2025, Roya